« vorige nächste » Die Sendung vom 08. November 2006
Allianz streicht 5.000 Stellen:

Entlassungen trotz Gewinn - was heißt da trotz?

Vom marktwirtschaftlichen Märchen vom Gewinn, der Arbeitsplätze schafft

Einer aktuellen Pressemitteilung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vom 06. 11. 2006 ist zu entnehmen:

"Streiks bei der Allianz gehen in eine neue Runde:
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die Beschäftigten des Allianz-Konzerns diese Woche erneut zu Streiks und Protestaktionen auf. Dabei werden erstmalig auch zweitägige Streiks stattfinden. Ziel der Proteste ist es, geplante Standortschließungen und den Abbau von 5.000 Stellen bei der Allianz-Versicherung zu verhindern. ver.di fordert von der Allianz deshalb die Vereinbarung eines Standortsicherungskonzeptes und den Ausschluß von betriebsbedingten Kündigungen. So meint ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong: 'Das Vorgehen des Allianz-Vorstands gegenüber den Mitarbeitern ist völlig unakzeptabel.' Die Allianz eilt von Gewinnrekord zu Gewinnrekord. Ver.di erwartet deshalb von der Allianz ein Umstrukturierungskonzept, welches ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommt und die Arbeit zu den Menschen bringt, statt radikal Standorte zu schließen." (Pressemitteilung von Ver.di)

Die Beschwerde und Anklage lautet also, daß Entlassungen beabsichtigt sind, obwohl der Konzern Gewinne, ja sogar Rekordgewinne macht. Dieser Anklage liegt die Auffassung zugrunde, daß Gewinn eigentlich Arbeitsplätze schaffen sollte. Dazu paßt, daß Entlassungen dann also hingenommen werden müssen, wenn eine Firma keine Gewinne, sondern Verluste macht. So heißt es etwa, wenn von Firmensprechern in diesen Fällen Entlassungen angekündigt werden:

"Die Firma macht Verluste. Leider müssen wir einen Teil der Belegschaft entlassen, um in die Gewinnzone zurückzukehren. Nur so können wir die Arbeitsplätze der verbliebenen Arbeitskräfte retten. Und, wenn die Rendite wieder stimmt, können wir neue Arbeitsplätze schaffen."

So lassen sich nicht nur Unternehmer vernehmen, wenn sie Leute entlassen wollen. Auch die Politik rechtfertigt Entlassungen damit, daß damit "Arbeitsplätze gesichert" werden und stellt in Aussicht: Wenn die Wirtschaft wieder ordentlich Gewinne macht, geht es auch mit den Arbeitsplätzen wieder aufwärts. Die Wirtschaftsweisen und Ökonomieprofessoren leisten ideologische Schützenhilfe, um dem arbeitenden Volk mit wissenschaftlicher Autorität und falschen Argumenten zu beweisen: Arbeitnehmer müssen in der Krise Opfer an Arbeitsplätzen und Löhnen bringen; dadurch wüchsen zuerst die Gewinne und dann auch die Arbeitplätze. So wurde die widersinnige Behauptung: "Entlassungen schaffen Gewinne - Gewinne schaffen Arbeitsplätze" zum allgemein akzeptierten Gemeinplatz. Gegenwärtig tun viele Unternehmen einiges dafür, diesen angeblichen Sachzwang praktisch zu widerlegen: Immer häufiger präsentieren große Unternehmen auf ihren Bilanzpressekonferenzen stolz ihre ausgezeichneten Gewinne - und kündigen gleichzeitig an, daß sie Entlassungen in größerem Umfang planen. So kommt jetzt also auch der Versicherungskonzern Allianz mit der Meldung in die Schlagzeilen:

"Trotz Rekordgewinnen: Allianz streicht 5000 Arbeitsplätze."

Mit dem "trotz" wird ein Gegensatz zwischen dem Gewinnemachen und dem Streichen von Arbeitsplätzen behauptet - und dies mit dem vorwurfsvollen Unterton, daß Unternehmen, die trotz guter Gewinnlage Arbeitsplätze abbauen, sich gegen eine - zumindest moralische - Verpflichtung vergingen. Diese Beschwerde kontert der Konzern damit, daß es für ihn keinen Gegensatz von Gewinn und Entlassen gibt, im Gegenteil: So erfreulich die "Rekordgewinne" auch seien, sie seien immer noch nicht hoch genug und müßten daher noch gesteigert werden. Nicht, weil die Aktionäre den Hals nicht voll kriegen würden, sondern weil selbst diese Rekordgewinne im internationalen Vergleich unter dem Durchschnitt lägen.

So rechtfertigt die Allianz ihren Angriff auf den Lebensunterhalt ihrer Angestellten mit einer interessanten "Notlage": Sie leidet nicht unter fehlender, sondern unter – geringerer Rentabilität, als die Konkurrenten zustandebringen. Dies sei für sie als kapitalistisches Unternehmen trotz guter Gewinne fast genau so gefährlich wie rote Zahlen. Und offenbart damit, daß der Grund für die Entlassungen etwas Schlimmeres ist als Gewinngier – es handelt sich um Kapitalismus pur: Nicht Gewinne überhaupt sind der Zweck eines Unternehmens, sondern höhere Gewinne als die der Konkurrenten; denn nur so gewinnen sie die Konkurrenz um die Kapitalanleger, die in die Papiere der Aktiengesellschaften mit den besten Gewinnaussichten investieren und diese so mit Kapital für ihre Durchsetzung im globalen Wettbewerb ausstatten. Daher muß die Rentabilität der Allianz AG verbessert werden, aber nicht aus Not – das ist die Lüge der Rechtfertigung –, sondern weil sie die Firma sein will, welche die Konkurrenz auf dem weltweiten Versicherungsmarkt gewinnt. Dafür sind die Entlassungen das Mittel.

Eine Neuheit ist das wirklich nicht: Die soeben vermeldeten "Rekordgewinne" sind schließlich nicht zuletzt auch durch das systematische Sparen an der Belegschaft zustande gekommen - was garantiert keine Besonderheit des Allianz-Konzerns, sondern jedermann unter dem Begriff "Rationalisierung" bekannt ist, die von allen Unternehmen ständig betrieben wird.

Wie kommt es trotzdem zu der Behauptung, "Rekordgewinne" und Entlassungen würden "eigentlich" nicht zusammenpassen?

Der Grund, warum sich diese Behauptung entgegen jeglicher Erfahrung so gut hält, liegt darin, daß diejenigen, die von Lohnarbeit leben müssen und trotz schlechter Erfahrungen mit ihr auch weiterhin auf sie als ihr Lebensmittel setzen, daran glauben möchten, eigentlich sei es die Pflicht der Unternehmer, "Arbeitsplätze zu schaffen". Natürlich seien sie auch noch hinter ihrem Gewinn her, aber der müsse eben möglichst hoch sein, weil er die Voraussetzung dafür sei, damit sie tun können, was ihr eigentlicher Beruf sei: "Arbeit geben". Weil dieser Glaube so fest in den Köpfen sitzt, können die Unternehmer ungeniert und unwidersprochen behaupten, daß "die Gewinne von heute die Arbeitsplätze von morgen" seien. Und alle Welt will nur allzu gerne daran glauben, daß der Gewinnerfolg des Unternehmens auch der Belegschaft zugute zu kommen hat – in Gestalt von "sicheren Arbeitsplätzen". Daher will man nichts davon wissen, daß der Profit der Zweck ist, der für das Unternehmen ausschließlich zählt, und daß er ausschließlich den Eigentümern und den Investoren zugute kommt. Stattdessen hofft man, daß Gewinn - irgendwie, auf lange Sicht, letztlich - auch ein Mittel für die ist und zu sein hat, die für das Unternehmen arbeiten. Wenn dann so ein Unternehmen Gewinn macht und Leute entläßt, findet man sich in seinem - vermeintlich doch nur allzu berechtigten - Anspruch betrogen: Das findet man ungerecht und ist empört.

Diese Empörung taugt nicht viel. Denn mit ihr hat man längst geschluckt, daß ein privates Fortkommen nicht mehr ist als eine abhängige Variable des Gewinns, den andere einstreichen. Der Anspruch, den sich der "Arbeitnehmer" einbildet, geht daher darin auf, überhaupt an einem Arbeitsplatz gegen Lohn arbeiten zu dürfen. Beides - Arbeitsplatz und Lohn - gibt's dann allerdings nur nach den Maßstäben der sogenannten Arbeitgeber. Wer auf diese Abhängigkeit setzt, ist daher auch dann, wenn er sich beklagt, unbedingt dafür, daß das Unternehmen Gewinn machen soll. So jemand hat dann auch eingesehen, daß ein Unternehmen, das Verluste macht, "Kosten, also vor allem Lohnkosten sparen" und entsprechend seine Belegschaft dezimieren muß. Ebenso klar ist ihm, daß das Unternehmen rationalisieren muß, um "wieder schwarze Zahlen" schreiben und "im globalen Wettbewerb mithalten" zu können. Bloß die Konsequenz aus all dem, was er eingesehen und akzeptiert hat, will er dann nicht ziehen: daß dann eben auch der Gewinn der letzte Zweck des Unternehmens ist und es auf die Beschäftigten nur als Mittel für diesen Zweck ankommt, ihre Dienste also nur dann und nur soweit gefragt sind, wenn sie sich fürs Unternehmen rentieren. Und dafür, daß sie dies tun, sorgt das Unternehmen praktisch, indem es laufend die Kosten für die Arbeit senkt - mit und ohne Entlassungen.

Die Rolle von Politik und Medien: Wie sorgen die dafür, daß sich dieser Irrglaube "Gewinne schaffen Arbeitsplätze" verbreitet und halten kann:

Der Entrüstung, die sich da breitmacht, stimmen Politiker und Medien ausnahmsweise mal zu. Da beschwert sich etwa die Süddeutsche Zeitung: Erneut entläßt ein Konzern, der gleichzeitig Milliardengewinne erwirtschaftet, in großem Umfang. Und Kanzlerin Merkel hält die Entscheidung der Allianz für bedauerlich, die sie nicht korrigieren kann.

Die regierenden Standortverwalter und die kommentierende Zunft, die Presse, haben den systemtragenden Schwindel ja selbst jahrelang bekräftigt und für seine Verbreitung gesorgt, wonach "Wachstum Arbeitsplätze schafft". Das war das Versprechen, mit dem das Volk sich unter ihrer Anleitung einbilden durfte, der Geschäftserfolg des Kapitals komme auch ihm zugute. Also läßt man sich es auch nicht nehmen, das so betreute Volk weiter an die Hand zu nehmen, wenn es an dieser Lebenslüge ein wenig irre wird. So wird der Irritation ein bißchen Recht gegeben, wenn gesagt wird: "Ja, es ist schon schwer zu verstehen, wenn gut verdienende Unternehmen die Leistung, die sie dem Gemeinwesen schulden, nämlich Arbeitsplätze zu schaffen, nicht erbringen."

Das ist dann allerdings keineswegs das letzte Wort, sondern der Auftakt dazu, die "verständlichen" Beschwerden zurechtzurücken. Die für Volkes Meinung Zuständigen lassen sich für diese "empörenden" Entlassungen einen unschlagbar guten Grund einfallen - welchen wohl? Natürlich den besten aller Gründe: "Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen"! Verantwortungsvolle Unternehmen müßten nämlich langfristig denken, was der simple Malocher und die kleine Angestellte in ihrer Froschperspektive völlig übersehen würden. Gerade wegen des hohen Auftrags, für den diese Unternehmen unterwegs sind, dürfen die sich von jetzt gerade mal anfallenden "Rekordgewinnen" nicht blenden lassen, vielmehr müssen sie darauf achten, ihre "Gewinnsituation" auch "für die Zukunft zu sichern". Die Botschaft und Lüge lautet also: Sie müssen heute entlassen, um die verbleibenden "Arbeitsplätze sichern" zu können und morgen wieder mehr von denen "schaffen" zu können. Politiker und Wirtschaftsjournalisten klären auf:

Was ein "vorausschauendes Unternehmen" ist, das entläßt seine überflüssigen Mitarbeiter offenbar genau dann, wenn der Konzern gesund ist, sich also noch nicht in einer tiefen Krise befindet und Notoperationen vornehmen muß!

Demgemäß sind Entlassungen also gerade dann angesagt, wenn der Konzern "gesund" ist. Nur so kann er vermeiden, daß er mangels Gewinn in eine "tiefe Krise" gerät und – was machen muß? Erst in der Krise entlassen. Da wird also in ein und demselben Atemzug behauptet, daß Entlassungen den Gewinn sichern und steigern und gleichzeitig dieser Gewinn die Arbeitsplätze sichert, wenn nicht gar vermehrt. Eine ziemliche Zumutung an den Verstand ist das! Aber leider funktioniert sie offenbar.

Politiker, die so etwas behaupten, werden nicht ausgelacht, sondern gewählt, und die Wirtschaftsredakteure dürfen solches Zeug jeden Tag wieder in ihre Zeitungen schreiben, und die werden gekauft und gelesen. Das liegt daran, daß es bei solchen Argumentationen sowieso nicht auf 'richtig' und 'falsch' ankommt. Vielmehr bestätigen sie das Publikum immer wieder aufs Neue in dem, was es schon längst gefressen hat: Ohne Gewinn läuft nichts. Sie schließen also an die Grundwahrheit, nämlich daß in dieser Gesellschaft alles vom Gewinn abhängt, immer nur stur die Grundlüge an, daß man den Gewinn braucht, um leben beziehungsweise gut leben zu können. Und wenn das Verhalten der Unternehmen diese Grundlüge zu sehr strapaziert, wird das Publikum belehrt, daß ihm doch - gar nichts anderes übrig bleibt, als der Weisheit der Unternehmer zu vertrauen! Sind die doch die einzigen, die wissen, wie man "Arbeitsplätze sichert" – auch und gerade dann, wenn sie sie abbauen. Entlassungen darf das Volk jederzeit und zusammen mit seiner Kanzlerin für "bedauerlich" halten. Es soll aber einsehen, daß sie einfach unvermeidlich sind: in der Krise sowieso, und im Aufschwung auch. Grund genug eigentlich, den Glauben aufzugeben, daß Gewinne dazu da seien, Arbeitsplätze zu schaffen; Grund genug, stattdessen die richtigen Schlüsse aus dem praktischen Dauerbeweis der Unternehmer zu ziehen, nämlich: daß Rationalisierungs-Entlassungen die übriggebliebenen Arbeitsplätze rentabler machen und somit Gewinne schaffen.

Dieser Beitrag kann im Gegenstandpunkt 3-06 nachgelesen werden.

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Vom Profit

Der Gewinn, manchmal auch Profit genannt, wird in der Öffentlichkeit unterschiedlich besprochen. Die Kapitalisten, die ihn machen, loben ihn nicht etwa deshalb, weil er der Nutzen ist, den sie aus dieser Wirtschaftsweise ziehen, sondern sie loben ihn als segensreiche Einrichtung für die gesamte Gesellschaft.
Andere sehen in der Profitgier den Grund für alle möglichen Mißstände in der Gesellschaft oder machen Manager und Firmen, die nur danach streben, einen möglichst großen Profit zu realisieren, dafür verantwortlich.

Wie kommt es, daß eine ökonomische Kategorie zum Gegenstand einer moralischen Betrachtung und zum Gegenstand eines dementsprechenden Streites wird? Wie wird da eigentlich gedacht und worin besteht der Fehler dieser Betrachtungsweise? Also zunächst mal:

Was ist der Profit?

Profit, auch Gewinn oder Ertrag genannt, ist der Überschuß, den Eigentümer von Geld, Produktionsmitteln oder Grund und Boden aus Unternehmungen mit ihrem jeweiligen Geschäftsmittel ziehen. Was heißt das jetzt, bzw. welche Bedeutung hat dieser Sachverhalt für diese, unsere Gesellschaft?

In unserer freien Marktwirtschaft, in der die Freiheit des Eigentums grundgesetzlich geschützt wird, ist der Profit die anerkannte Größe überhaupt: er ist das Lebensmittel der Gesellschaft, von dessen Zustandekommen nicht nur der Reichtum irgendwelcher Finanzmagnaten, sondern schlechterdings alles abhängt.
Dementsprechend endlos läßt sich deshalb die Reihe dessen verlängern, wofür der Profit und sein Zustandekommen als notwendige und maßgebende Bedingung vorausgesetzt ist. Zum Beispiel:

Die langweilige Reihung dessen, was alles vom Profit abhängt, ist endlos und hat darin durchaus ihren guten Sinn. Sie soll umso schlagender sein, je länger sie ausfällt. Mit einer Veranschaulichung, mit einer Bebilderung soll damit bereits folgender Sachverhalt bewiesen sein: Die Reihe der Abhängigkeiten steht für die unbestreitbare Notwendigkeit und damit auch schon für die Güte und Nützlichkeit des Profits. Das ist allerdings zunächst nur eine freche Behauptung, denn:

Wo ist denn der Nutzen für alle, wenn wegen des Profits die Löhne und Gehälter gar nicht niedrig genug ausfallen können? Wenn seinetwegen die Arbeitshetze permanent gesteigert, die Arbeitszeiten ständig ausgeweitet und "flexibilisiert" werden müssen? Wem hilft der Profit, wenn seinetwegen die Umwelt nachhaltig geschädigt wird und Lebensmittel verseucht werden? Ist es etwa gemütlich, wenn wegen des Profits der Grund- und Hauseigentümer die Mieten hoch sind und ständig weiter steigen? Die Wahrheit ist doch wohl eher die, daß der Profit denen nützt, die ihn machen oder von Staats wegen auf ihn scharf sind, während der größte Teil der Leute sich als billiges Mittel des Profits gebrauchen lassen muß.

Und wie wird jetzt hierzulande Kritik am Profit geäußert?

Die meisten Kritiker des Profits wollen davon nichts wissen, daß nämlich die Anwendung des geltenden Gewinnprinzips all die bekannten negativen Folgen mit sich bringt, ja daß der Profit geradezu auf Armut und Ausbeutung beruht. Diese Kritiker sehen das ganz anders. Sie halten am Ideal der Nützlichkeit des Profits fest, wenn sie mit seinen negativen Folgen konfrontiert sind. Wenn das Gewinnemachen nicht die wohltätigen Wirkungen hat, die sie ihm zuschreiben, dann - so behaupten sie - soll das nicht am Profit liegen, sondern an einem übertriebenen Umgang mit ihm. Nicht der Profit an sich sei der Grund der diversen Übel, sondern das egoistische übertriebene Interesse an ihm, daß "nur" an Profit und sonst nichts gedacht wird. Diese Kritik geht z. B. so:

So argumentieren diese Kritiker des Profits. Es sind lauter Beschwerden, die vorn und hinten nichts taugen. Entweder ist nämlich der Profit, und damit auch das Profitemachen, eine unverzichtbare und segensreiche Erfindung für die Menschheit: Dann kann er aber auch gar nicht hoch genug sein, und die Herrschaften, die sich um ihn kümmern, liegen genau richtig, wenn sie sich an nichts anderem als nur ihrem Profit orientieren.

Oder aber die kapitalistische Geldmacherei ist gar nicht dafür vorgesehen, Lebensmittel der Menschheit zu sein, und das gültige Prinzip der Marktwirtschaft schließt von vornherein all die unangenehmen Folgen notwendig ein, die man so kennt. Dann ist es aber saudumm, den Profit in einen guten und einen bösen auseinanderzudividieren: Was kapitalistischer Geschäftssinn anrichtet, schafft der locker jenseits von gut und böse...

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