Gruppe Gegensatz Marburg - Analyse & Kritik

Die Gruppe GegenSatz Marburg bietet Analysen und Kommentare zum großen und kleinen Weltgeschehen.

Eine Liste unserer in Radio Unerhört Marburg gesendeten Beiträge findet sich in der Rubrik 'Texte'. Neben den von uns produzierten Eigenbeiträgen verweisen wir durch Adreßlinks auf externe Radiobeiträge, die in anderen freien Radiosendern veröffentlicht wurden.
Außerdem werden wir von Zeit zu Zeit Textbeiträge der GegenStandpunkt-Redaktion auf unserer Startseite "frisch" einstellen, die dann später zum Nachlesen unter der Rubrik "Texte" (siehe Texte) neben den "Radiobeiträgen" als "Textbeiträge" archiviert werden.
Weiterhin bieten wir im Bereich "Texte" Broschüren zum download an.
An unserem Büchertisch sind folgende Publikationen zu erwerben: Literaturliste

Wer mit uns diskutieren möchte, komme zu unseren Veranstaltungen (siehe Termine) und/oder sende eine E-Mail an die Redaktion.

Aktuelles:

Diskussionstip

TTIP in der Kritik: "TTIP untergräbt Demokratie & Schutzrechte!"

Ist Demokratie ein Schutz vor den Schäden, die das Kapital an Mensch und Natur anrichtet?

TTIP erfreut sich vieler Kritik. Eine der beliebtesten befürchtet, dass das Abkommen der Demokratie nicht gut bekäme, was sich schon am Modus der Verhandlungen ablesen ließe. Auch wichtige Schutzrechte, so Kritiker, seien in Gefahr - mit TTIP kämen Umwelt- wie Arbeits- und Konsumentenschutz unter die Räder.

Zumindest letzeres ist ganz richtig gesehen: Mit dem Freihandelsabkommen steht in der Konsequenz tatsächlich so manches auf dem Prüfstand, was die Insassen von Demokratie und Marktwirtschaft offensichtlich nötig haben - schließlich geht es bei TTIP um die Beförderung des höchsten Wertes unserer Wertegemeinschaft, des Wirtschaftswachstums.

Ob man deshalb allerdings für Demokratie und Schutzrechte eintreten sollte, scheint uns fragwürdig.
Denn mit diesen Einrichtungen hat es unsere schöne Republik zu einer langen Liste sogenannter Berufskankheiten gebracht, zu MAK- und anderen Grenzwerten, die immerhin das Maß erlaubter Schädigung definieren, und Lebensmittel und andere Konsumgüter erweisen sich immer wieder als wenig gesundheitsdienlich.

Wir meinen: Auch anlässliche TTIP und des Streits darum sollte man sich deshalb fragen,

  • warum die Menschheit Schutzrechte eigentlich nötig hat
  • in welchem Verhältnis sie zu den "Sachzwängen des Wirtschaftens" stehen
  • was die Demokratie, die Schutzrechte erläßt, dazu bewegt und
  • was sie eigentlich mit dem "Sachzwang Wachstum" zu tun hat.

Wer die o. g. Fragen mit uns diskutieren möchte, kann dies gerne auf diesem Termin tun,

in Marburg:
am   Dienstag, den 18. November 2014 um 20.30 Uhr
im   Café am Grün, Am Grün 28 (neben Buchladen "Roter Stern")

Veranstaltungstip

Vortragsreihe Wissenschaftskritik WS 2014/15

Die Erziehungswissenschaft

Warum eine Wissenschaft von der Erziehung überflüssig ist und weshalb es sie dennoch gibt
Referent: Prof. Dr. Freerk Huisken

Um heranwachsende Menschen mit dem Wissen, den Kenntnissen und Fertigkeiten auszustatten, die es ihnen ermöglichen, sich zum Subjekt ihrer Geschicke zu machen, braucht es nicht viel. Zunächst einmal braucht es dafür einen Willen, sich wirklich kundig zu machen, dafür Zeit zu opfern und die Mühen des Lernens auf sich zu nehmen. Dann sind Menschen von Nöten, die sich in all dem, was zu lernen ist, gut auskennen, die also den "Lernstoff" tatsächlich beherrschen und bereit sind, anderen etwas Vernünftiges beizubringen.
Das ist alles, mehr braucht es nicht - und eine Wissenschaft von der Erziehung schon gleich nicht. Dennoch gibt es sie, und sie gilt als unabdingbare Voraussetzung für die Ausbildung zum Lehrer bzw. Erzieher ...

 
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in Marburg:
am   Mittwoch, den 03. Dezember 2014 um 19.00 Uhr
im   Deutschhausstraße 3 (Alte HNO), Hörsaal +1/1090
in Frankfurt / Main:
am   Donnerstag, den 04. Dezember 2014 um 18.00 Uhr
im   PEG 1.G 192

Lesetip

Lernen, was man lernt:

Die bürgerliche Wissenschaft, einmal sachlich betrachtet

Wir leben ja nun bekanntlich in einer Wissensgesellschaft, ja, Wissen ist "unsere" wichtigste Ressource, wenn man den Politikern glauben darf. Und so gibt es eine Wissenschaft im Lande, institutionalisiert in den Hochschulen, grundsätzlich frei von staatlichen oder religiösen Denkvorschriften wie von Sachzwängen des Wirtschaftns und fleißig damit befaßt, Wissen zu produzieren, damit man hinterher weiß, wie der Gegenstand beschaffen ist und man zweckmäßig mit ihm umgehen kann.

Sogar geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen wendet man sich zu und ist offenbar der Meinung, daß auch der Mensch, sein Seelenleben, "wir alle", die Gechichte und die Wirtschaft sowieso allerhand Wissenswertes zu bieten haben und die Kenntnis davon zu allerlei Problemlösungen befähigt.

In diesem Sektor hochschulischer Betriebsamkeit sieht's wissensmäßig allerdings auch nach 100 bis 300 Jahren recht düster aus - es wimmelt von konkurrierenden, einander widersprechenden Theorien, von Ansätzen und Methoden, deren Verwendung immerhin Ergebnisse verheißen - wenn auch keine, die das Attribut "sachlich richtig" verdienten.
Gesichert scheint allein die Erkenntnis, daß das Wissen einfach nicht wißbar ist, weshalb vermessen, wer immer noch danach strebt.

Wer dennoch nicht einfach rezipieren, reproduzieren, gern auch "kritisch hinterfragen" und später dann selber "Ansätze" erfinden und "Modelle" basteln, sondern einfach mal wissen will: was er eigentlich lernt, wenn er an der Uni lernt, ob die dargebotenen Aussagen seiner Wissenschaft zutreffen und, wenn nein, wie man eigentlich auf solchen Blödsinn kommt und warum er so unkaputtbar ist, der sei auf eine Website verwiesen, die Erhellendes aus dem bzw. über das Reich der bürgerlichen Wissenschaft zu bieten hat.

Die Seite heißt so, wie sie gemeint ist, nämlich Wissenschaftskritik.de.

Warnung: Die Lektüre der empfohlenen Seiten trägt garantiert nichts zum Studienerfolg bei, leitet aber wie von selbst zu der Frage weiter, was das eigentlich für eine Gesellschaft ist, die sich gut bezahlte Profis zur systematischen Produktion von Doof- bis Gemeinheiten leistet.