Gruppe Gegensatz Marburg - Analyse & Kritik

Die Gruppe GegenSatz Marburg bietet Analysen und Kommentare zum großen und kleinen Weltgeschehen.

Eine Liste unserer in Radio Unerhört Marburg gesendeten Beiträge findet sich in der Rubrik 'Texte'. Neben den von uns produzierten Eigenbeiträgen verweisen wir durch Adreßlinks auf externe Radiobeiträge, die in anderen freien Radiosendern veröffentlicht wurden.
Außerdem werden wir von Zeit zu Zeit Textbeiträge der GegenStandpunkt-Redaktion auf unserer Startseite "frisch" einstellen, die dann später zum Nachlesen unter der Rubrik "Texte" (siehe Texte) neben den "Radiobeiträgen" als "Textbeiträge" archiviert werden.
Weiterhin bieten wir im Bereich "Texte" Broschüren zum download an.
An unserem Büchertisch sind folgende Publikationen zu erwerben: Literaturliste

Wer mit uns diskutieren möchte, komme zu unseren Veranstaltungen (siehe Termine) und/oder sende eine E-Mail an die Redaktion.

Aktuelles:

Veranstaltungstip

Vortrag & Diskussion:

Der Rechtsruck in Deutschland und Europa

"Wir sind das Volk!" im Krisenmodus

"Wir sind das Volk!" - Dieser Ruf gilt seit zweieinhalb Jahrzehnten als größte anzunehmende Aufmüpfigkeit eines Volkes gegenüber seiner Herrschaft - ohne die es peinlicherweise noch nicht einmal wüsste, wem es diese Tatsache mitteilen sollte.
Woher kommt das?

"Wir sind das Volk!" - Da darf jede Unzufriedenheit mit jeder der beschissenen sozialen Lagen mitgedacht werden, von denen das Volk so viele - gerade in Krisenzeiten - auszuhalten hat. Doch wird keine einzige davon in dieser Parole benannt.
Wie geht das?

"Wir sind das Volk!" - Diese stolze Selbstbezichtigung will klarstellen, dass andere nicht zu diesem feinen Kollektiv gehören. Denen müsse man die Privilegien entziehen, von denen die Rufer aus irgendeinem Grunde meinen, sie seien mit der Zugehörigkeit zum Volk verbunden.
Wie kommen sie darauf?

"Wir sind das Volk!" - Wenn dieser Ruf ertönt, wird rücksichtslose staatliche Gewalt gefordert oder private Gewalt angekündigt, um die auszugrenzenden Volksfremden auszugrenzen. Das beansprucht ein Volk, damit es sich als dieses gewürdigt und seine Identität gewahrt weiß.
Warum?

"Ihr seid das Volk!" - So antworten die rechten Anwärter auf die Macht im Land und präsentieren sich als die Führer, die das gute Volk verdient. Sie versprechen, die "Bedürfnisse des kleinen Mannes" zu befriedigen, indem sie die Konkurrenz gegen andere Nationen kompromissloser führen und "uns" aus allen schädlichen und schändlichen Abhängigkeiten befreien.
Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Und wer stellt sich gegen den Vormarsch der Rechten, die im Namen des einfachen, ehrlichen, echten Volkes die Macht beanspruchen? Eine Front von der Mitte bis ganz nach Links. Ihre Vertreter halten "das Volk!" ebenfalls als höchsten Ehren- und Anspruchstitel hoch. Sie verachten die Rechten, haben aber viel Verständnis fürs Volk, das denen nachläuft. Und sie werben für sich mit Parolen und Programmen, bei denen der Unterschied zu den demokratisch exkommunizierten Rechten mitunter nur sehr schwer auszumachen ist.
Woher kommt das?

Um diese Fragen soll es auf unserer Veranstaltung gehen.

in Marburg:
am   Donnerstag, den 08. Dezember 2016 um 19.00 Uhr
im   KFZ, Biegenstraße 13 (im Erwin-Piscator-Haus)
Referent   Joseph Patrick, Redaktion GegenStandpunkt
Eintritt   frei
in Frankfurt:
am   Mittwoch, den 07. Dezember 2016 um 19.00 Uhr
im   DGB Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69, nähe HBF, Zugang über den Hof

Lesetip

Neuerscheinung im GegenStandpunkt-Verlag:

GegenStandpunkt 2016-03

Ab sofort ist der neue GegenStandpunkt Nr. 3-2016 erhältlich. Das Heft ist für EUR 15,- im Buchhandel sowie direkt beim Verlag zu haben.
Aus dem Inhalt:

  • Merkels Land
    Der deutsche Kapitalismus, seine Arbeitsplätze, seine Krisenbewältigung (Artikel lesen)
  • Der "Brexit"
  • Klarstellungen zur Aufkündigung der britischen EU-Mitgliedschaft durch Staat und Volk
  • Panama-Papers: Sensationelle Erkenntnisse der Forschungsgemeinschaft von NDR, WDR, SZ und auswärtigen Kollegen.
  • Die AfD: Auch Deutschland hat jetzt eine Partei, die antritt, um Staat und Volk zu retten. (Artikel lesen)
  • Gedenken an Armenien, Verdun, Hiroshima, Russlandfeldzug - das Abschlachten ausschlachten
  • G7-Gipfel in Japan: Sieben Weltwirtschaftsmächte demonstrieren Einigkeit - jenseits und wegen ihrer Konkurrenz um die Macht in der Welt
  • Glyphosat, Milchkrise, Eintagsküken: Antworten aus der Gegenwart auf die Frage nach der "Landwirtschaft der Zukunft". (Artikel lesen)
  • Erdogan vs. Özdemir: Unstimmigkeiten über den angemessenen Gebrauch nationaler Identität in der deutsch-türkischen Völkerfreundschaft
  • Reform des Sexualstrafrechts - Nein heißt Nein!
  • Schärfere Strafen und rechtsstaatliche Ausländerfeindlichkeit im Dienst der weiblichen Würde
  • Eine Woche ARD-Börsennachrichten: Der abendliche "Blick in die Welt des Geldes" mit Anja Kohl und Co.
  • Leserbrief zum Artkel "Ich sag' nur Köln!!" in GegenStandpunkt 2016-02. (Artikel lesen)

Neben der Druckausgabe erscheint die aktuelle Nummer auch in den Ebook-Formaten .pdf (seitengleich mit der Druckausgabe), .epub und .mobi (u. a. für Kindle-Reader).

Druckausgabe ISSN: 0941-5831
Ebook Pdf-Format ISBN: 978-3-929211-86-3
Ebook Epub-Format ISBN: 978-3-929211-87-0
Ebook Mobi-Format: 978-3-929211-88-7

In Marburg ist der GegenStandpunkt erhältlich in der

  • Bahnhofsbuchhandlung
  • Universitätsbuchhandlung (vormals Elwert), Reitgasse (Website)
  • Buchhandlung Roppel, Am Markt (Website)
  • Buchhandlung Roter Stern, Am Grün (Website)

in Gießen:

  • Bahnhofsbuchhandlung

Veranstaltungstip

Buchvorstellung:

Die Gesundheit

Ein Gut und sein Preis

Mit einer Kritik am Gesundheitswesen macht man sich leicht Freunde. Kaum eine gesellschaftliche Einrichtung wird so mit Kritik bedacht wie der Medizinbetrieb: dass es allzu vielen Vertretern mehr ums Geld als um 'ihre' Patienten geht, dass es ihnen an Können fehlt, dass Kassenbeiträge zu hoch sind und an Versorgungsleistungen gespart wird... Und als Gipfel der Kritik wird gefordert: Gesundheit darf keine Ware sein!

Kaum ein Metier genießt gleichzeitig ein so hohes Ansehen wie das Medizinwesen, das damit befasst ist, der Gesundheit aufzuhelfen. Alle Einwände leben ja von der Hochachtung vor einer Heilkunst, nach deren Diensten ein wachsender Bedarf besteht und der die Kundschaft nie ausgeht.
Diese kritische Hochachtung vor Auftrag und Leistung des medizinischen Dienstes an der Gesundheit, ist die Sache des Buches, das im Vortrag vorgestellt werden soll, nicht. Es klagt nicht ein Mehr und Besser an heilsamen Dienstleistungen ein, sondern erklärt und kritisiert:

  • inwiefern der massenhafte Bedarf nach Gesundheit und seine Betreuung ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft und den Dienst werfen, den die Medizin mit ihrem Ethos des Heilens und Helfens leistet;
  • woher der nie zufriedenzustellende Bedarf stammt, den das Gesundheitswesen betreut. Dass und wie nämlich das System der Marktwirtschaft die massenhaften Fälle von Krankheiten produziert, die nicht zufällig "Volksseuchen" oder "Zivilisationskrankheiten" heißen;
  • warum die individuellen Bemühungen, sich, soweit es Zeit, Geld und sonstige 'private Umstände' zulassen, um seine Gesundheit zu kümmern, so wenig tauglich sind, bzw. wozu sie taugen: Ihr einzig wirklich garantiertes Ergebnis besteht darin, sich an der privaten Bewältigung von lauter gesellschaftlichen 'Umständen' abzuarbeiten, die systematisch krank machen;
  • wie verkehrt die Medizin mit ihrem praktischen Standpunkt der individuellen Betreuung die gesellschaftlichen Ursachen in den Blick nimmt; als äußeren Anlass und Auslöser von Beschädigungen an Körper und Geist der Gesellschaftsmitglieder, um deren Behandlung am einzelnen Patienten sie sich dann nach bestem Gewissen und naturwissenschaftlichen Wissen kümmert;
  • welchen gesellschaftlichen Auftrag die Ärzteschaft mit ihren praktischen Hilfsdiensten an der Gesundheit der Patienten und ihren Ratschlägen zu 'vernünftigerer' Lebensweise und besserem Umgang mit 'gesundheitsschädlichen Gegebenheiten' erfüllt, was also das staatliche Gesundheitswesen leisten soll und leistet, wenn es allen Bürgern Zugang zu den Errungenschaften der Medizin gewährt: einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren einer Konkurrenzgesellschaft, deren Folgen der Staat betreut und in der sich die Leute zu ihrem nicht nur gesundheitlichen Schaden bewähren und behaupten müssen und wollen.

Der Vortrag will dazu einige Argumente liefern und zur Diskussion stellen.

in Marburg:
am   Donnerstag, den 26. Januar 2017 um 19.00 Uhr
im   KFZ, Biegenstraße 13 (im Erwin-Piscator-Haus)
Referent   Dr. Sabine Predehl, Autorin des vorgestellten Buches
Eintritt   frei
in Frankfurt:
am   Dienstag, den 24. Januar 2017 um 19.00 Uhr
im   DGB Gewerkschaftshaus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69, nähe HBF, Zugang über den Hof

Lesetip

Texte zur "Macht des Konsumenten":

Konsum, Konsument und "Konsumentenmacht" im Kapitalismus

Wir haben einmal einige Texte zusammengestellt, die sich recht ausführlich mit der Rolle des Konsums wie des Konsumenten in der Marktwirtschaft befassen, sowie mit der "Macht", die der Konsument mit seinem Kaufentscheid ausüben kann: worin sie besteht, was sie bewirkt - und was nicht.

Zudem sind einige ältere, anlässlich diverser Skandale verfasste Texte beigelegt, denen sich abmerken lässt, mit welch unschöner Regelmäßigkeit unsere so effiziente Marktwirtschaft höchst effizient Unzuträgliches hervorbringt, und warum das so ist.
Und sie zeigen den Zynismus, mit dem dieser Sachverhalt ebenso regelmäßig in der öffentlichen Diskussion ausgerechnet dem Geschädigten: dem Konsumenten angelastet wird.

Heraus kommt bei der Lektüre, soviel sei hier schon gesagt, weniger ein Aufruf zum "bewußten Einkaufen" als vielmehr der Schluss: Eine Geldvermehrungswirtschaft wie die unsere ist ohne Ekelspeisen, Umweltgifte und unerträgliche Arbeitsbedingungen einfach nicht zu haben.

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Lesetip

Lernen, was man lernt:

Die bürgerliche Wissenschaft, einmal sachlich betrachtet

Wir leben ja nun bekanntlich in einer Wissensgesellschaft, ja, Wissen ist "unsere" wichtigste Ressource, wenn man den Politikern glauben darf. Und so gibt es eine Wissenschaft im Lande, institutionalisiert in den Hochschulen, grundsätzlich frei von staatlichen oder religiösen Denkvorschriften wie von Sachzwängen des Wirtschaftens und fleißig damit befaßt, Wissen zu produzieren, damit man hinterher weiß, wie der Gegenstand beschaffen ist und man zweckmäßig mit ihm umgehen kann.

Sogar geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen wendet man sich zu und ist offenbar der Meinung, daß auch der Mensch, sein Seelenleben, "wir alle", die Gechichte und die Wirtschaft sowieso allerhand Wissenswertes zu bieten haben und die Kenntnis davon zu allerlei Problemlösungen befähigt.

In diesem Sektor hochschulischer Betriebsamkeit sieht's wissensmäßig allerdings auch nach 100 bis 300 Jahren recht düster aus - es wimmelt von konkurrierenden, einander widersprechenden Theorien, von Ansätzen und Methoden, deren Verwendung immerhin Ergebnisse verheißen - wenn auch keine, die das Attribut "sachlich richtig" verdienten.
Gesichert scheint allein die Erkenntnis, daß das Wissen einfach nicht wißbar ist, weshalb vermessen, wer immer noch danach strebt.

Wer dennoch nicht einfach rezipieren, reproduzieren, gern auch "kritisch hinterfragen" und später dann selber "Ansätze" erfinden und "Modelle" basteln, sondern einfach mal wissen will: was er eigentlich lernt, wenn er an der Uni lernt, ob die dargebotenen Aussagen seiner Wissenschaft zutreffen und, wenn nein, wie man eigentlich auf solchen Blödsinn kommt und warum er so unkaputtbar ist, der sei auf eine Website verwiesen, die Erhellendes aus dem bzw. über das Reich der bürgerlichen Wissenschaft zu bieten hat.

Die Seite heißt so, wie sie gemeint ist, nämlich Wissenschaftskritik.de.

Warnung: Die Lektüre der empfohlenen Seiten trägt garantiert nichts zum Studienerfolg bei, leitet aber wie von selbst zu der Frage weiter, was das eigentlich für eine Gesellschaft ist, die sich gut bezahlte Profis zur systematischen Produktion von Doof- bis Gemeinheiten leistet.