Gruppe GegenSatz Marburg - Analyse & Kritik

Veranstaltungs­tipps

farbeROT Frankfurt ein zur Diskussion. Thema:

Tarifkampf bei der Deutschen Bahn

Vom gewerkschaftlichen Kampf um das Erträglichmachen einer untauglichen
Einkommensquelle und von der trostlosen Wahrheit des stolzen Rechts auf
gewerkschaftlichen Arbeitskampf

Wann: Donnerstag, 29. Februar 2024, 19:00
Wo: Studierendenhaus Campus Bockenheim, Raum K3, 60325 Frankfurt
Weitere Informationen zum Inhalt auf farbeROT

Der neue GegenStandpunkt

Erscheinungsdatum: 15.12.2023; die nächste Ausgabe erscheint am 15.03.2024

Gegenstandpunkt 3/23

  Im Krieg wird die Moralität der bürgerlichen Gesellschaft auf den Kopf gestellt. Was im zivilen Alltag mit seinen rechtlichen Vorschriften und sittlichen Geboten dem Menschen streng verboten ist, das wird ihm als Soldaten im Krieg befohlen – und allen anderen als unbedingt gebotene Notwendigkeit vorstellig gemacht: Im Krieg gilt es, andere Menschen umzubringen, die Auslöschung der Existenz von Leuten, mit denen man persönlich überhaupt nichts zu tun hat, als seine Feinde ist geboten. Und das Recht auf Leben, das sonst das höchste Schutzgut darstellt, weicht der Pflicht, es für den Staat hinzugeben. Kriege sind deswegen Hochzeiten der Moral – und für alle Mitdenkenden eine ultimative moralische Herausforderung, die das Bedürfnis nach Rechtfertigung provoziert.

  Artikel in dieser Ausgabe:

  Bedeutende und weniger bedeutende Inhaber einer Meinung stellen und beantworten allen Ernstes die Frage, ob und für welche Kriegspartei die große Schlächterei in Ordnung geht. Nicht erst die unbedingte Parteilichkeit, mit der im Westen Schuld und Unschuld an den aktuellen Kriegen, Recht und Unrecht zum Bombardieren verteilt werden, schon die Frage, ob die das dürfen bzw. welche Kriegspartei was darf, die manche ja auch abweichend beantworten, ist ein einziger Fehler.

  Denn die verfeindeten Staatsgewalten, die da kämpfen lassen, „dürfen“, was sie an Krieg für notwendig erachten. Gerade darauf bestehen sie ja mit all ihrer Gewalt. Sie kennen kein höheres Recht über sich und demonstrieren das deutlich genug, wenn sie untereinander kriegerisch auskämpfen, welche Seite sich gegenüber der anderen was herausnehmen darf und welche Seite sich was gefallen lassen muss. Und wenn sie nach dem Krieg bei geklärten Über- und Unterordnungsverhältnissen einen Frieden aushandeln, auch dann halten sie sich an kein Recht, sondern setzen neues.

  Die eingebildete Richterrolle, die jeder einnehmen darf und soll, und die guten und schlechten Noten oder auch gleich verteilte Missbilligung, mit der die engagierten Gewaltsubjekte bedacht werden, ändern am Krieg überhaupt nichts, sie erreichen die be- und verurteilten Staatsgewalten gar nicht. Sie ändern aber sehr wohl etwas aufseiten der Laienrichter selbst: Die halten mit ihren moralischen Abwägungen sogar im Krieg daran fest, dass sie die eigentlichen Auftraggeber und irgendwie maßgeblichen Beurteiler des kriegerischen Handelns der Staatsgewalten seien, die ihresgleichen gerade im großen Stil verbrauchen. Teils machen sie sich so zu Parteigängern einer Seite; auf jeden Fall erarbeiten sie sich mit ihrer ideellen Einmischung in den Krieg einen sehr konstruktiven Standpunkt, mit dem sie richtig und falsch beim Töten und Sterben für die konkurrierenden Herrschaftsansprüche unterscheiden.

  Im Artikel Blutige Lektionen über den Segen staatlicher Souveränität – und über die bodenlose populäre Meinungsbildung darüber wird das Ringen um Verständnis für die aktuellen Gemetzel in der Ukraine und im Nahen Osten entlang der ewig frischen Moralfragen, wer angefangen hat, wer sich nur verteidigt und wer die meisten unschuldigen Opfer zu beklagen hat, der Kritik unterzogen. Das Rechten um diese Fragen erspart sich jede Befassung mit der Notwendigkeit von Kriegen in einer Welt souveräner Staaten.

  Der GegenStandpunkt nicht. Der Artikel ‚Al-Aqsa-Flut‘ und Gaza-Krieg: Hamas gegen Israel liefert die Erklärung und Kritik der leichenträchtigen Gründe, die die Kriegsherren im Namen der Souveränität ihrer Staatsgewalt bzw. im Namen ihres Anspruchs darauf, zu einer solchen erst noch zu werden, für ihre jeweiligen Kriegsaktionen haben.

  Die Fortsetzung unserer Ableitungsschrift zur Konkurrenz der Kapitalisten: Die letzte Wachstumsgarantie – imperialistische Erfolge der Nation klärt über die Notwendigkeit auf, mit der die Staaten der Welt in ihrem zivilen Verkehr der Konkurrenz der Nationen notwendig die Gründe für den nächsten Krieg produzieren.

Viele weitere Arti­kel aus dem GegenStandpunkt sind kos­ten­los online verfügbar!

Der Gegen­Stand­punkt ist als Print­aus­gabe für 15,- € in unten­ste­hen­den Buch­hand­lun­gen erhält­lich. Als digi­tale Aus­gabe ist er für 10,- € in den For­ma­ten pdf, epub und mobi verfügbar. Infor­ma­tio­nen dazu gibt es auf der Ver­lags­seite.

In Marburg ist der GegenStandpunkt erhältlich in der

in Gießen:

Lesetipps

Aus aktuellem Anlass

Zum Tod von Alexej Nawalny

Zur Lage der arbeitenden Klasse in Deutschland

Abweichende Meinungen zum Israel-Gaza-Krieg

➪ Lohnkampf bei der Deutschen Bahn und bei Amazon
Tarifpolitik im Niedergang

Abweichende Meinungen zum Krieg in der Ukraine

Klimawandel, Klimaschutz und Klimaprotest

Landwirtschaft im Kapitalismus

Weitere aktuelle Artikel des GegenStandpunkt-Verlags findet man auf der Verlagsseite sowie im neuen GegenStandpunkt

Hörtipps

Krieg in der Ukraine und anderswo – Blutige Lektionen über den Segen staatlicher Souveränität (Marburg, Januar 2024)

➪ Der Ukraine-Krieg – Blutiges Lehrstück über den Segen staatlicher Souveränität und menschlicher Moral (Münster, November 2023)

Wir empfehlen die Podiumsdiskussion mit Peter Decker von der GegenStandpunkt-Redaktion zum Thema: ➪ „Demokratie - die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft?“ auf 99 ZU EINS mit Peter Decker


Buchempfehlungen

Peter Decker (Hrsg.)

Demokratie

Demokratie

Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft

Freie Wahlen werden amtlich als Kernstück der Demokratie geschätzt. In ihr, heißt es, wird nicht einfach regiert – das Volk erteilt per Abstimmung den Auftrag zur Wahrnehmung der Staatsgeschäfte.

Weniger amtlich betrachten Politiker wie Wähler diese Veranstaltung ohne solche Ehrerbietung. Politiker nehmen Wahlen nüchtern als Bedingung und Gelegenheit, auf Kosten der Konkurrenten an die Macht zu gelangen. Und mündige Bürger haben Wahlen längst als Schwindel durchschaut. Wählen gehen sie selbstbewusst ohne Illusionen, damit etwas zu ‚bewirken‘ oder zu ‚verändern‘.

Solche Urteile übergehen allerdings, was das Institut der freien Wahlen tatsächlich leistet.

2013, 2023 | 268 Seiten | 20 € ➪bestellen


Resultate

Imperialismus 1

Martin Heidegger

Dieses Buch ist kein "Beitrag zur Lösung des Hungerproblems". Es schafft auch keine Waffe aus der Welt und warnt noch nicht einmal "die Menschheit" vor dem "nuklearen Selbstmord". Es beschränkt sich auf das Stück "Weltverbesserung", das ein Buch in diesen Angelegenheiten bestenfalls leisten kann.

1979, 2014 | 102 Seiten | 10,00 € | ➪bestellen
➪Online lesen

Imperialismus 2

Die USA – Weltmacht Nr. 1

Der zweite Imperialismus-Band der Resultate-Reihe klärt auf über die weltpolitischen Taten der USA, zu denen so sympathische Einrichtungen wie der Vietnamkrieg und die Bonner Republik, die Atomwaffe und der Internationale Währungsfonds gehören, über die nationalen Ausbeutungsleistungen, die demokratischen Errungenschaften, die strategischen Ziele und den praktischen Supranationalismus der amerikanischen Staatsgewalt. Hinweise auf den Volkscharakter der Gringos und ihr Geistesleben, das weltweit durchgeschlagen hat, ergeben sich mehr am Rande.

1979 | 108 Seiten | vergriffen
➪Online lesen

Imperialismus 3

Europa – Osthandel – Afrika – Das Öl – Iran – Brasilien

Der dritte Imperialismus-Band der Resultate-Reihe behandelt in Form von Fallstudien die nach- und untergeordneten Subjekte des modernen Imperialismus und die Prinzipien ihrer Politik.

1981, 1983 | 256 Seiten | vergriffen
➪Online lesen

GesundheitGesundheit

Gesund­heit - ein Gut und sein Preis







2016, 2020 (2. erweiterte Auflage)| 136 Seiten | 12,00 € | ➪bestellen

➪Weitere Bücher des GegenStandpunkt-Verlags