Gruppe Gegensatz Marburg - Analyse & Kritik

Die Gruppe GegenSatz Marburg bietet Analysen und Kommentare zum großen und kleinen Weltgeschehen.

Eine Liste unserer in Radio Unerhört Marburg gesendeten Beiträge findet sich in der Rubrik 'Texte'. Neben den von uns produzierten Eigenbeiträgen verweisen wir durch Adreßlinks auf externe Radiobeiträge, die in anderen freien Radiosendern veröffentlicht wurden.
Außerdem werden wir von Zeit zu Zeit Textbeiträge der GegenStandpunkt-Redaktion auf unserer Startseite "frisch" einstellen, die dann später zum Nachlesen unter der Rubrik "Texte" (siehe Texte) neben den "Radiobeiträgen" als "Textbeiträge" archiviert werden.
Weiterhin bieten wir im Bereich "Texte" Broschüren zum download an.
An unserem Büchertisch sind folgende Publikationen zu erwerben: Literaturliste

Wer mit uns diskutieren möchte, komme zu unseren Veranstaltungen (siehe Termine) und/oder sende eine E-Mail an die Redaktion.

Aktuelles:

Diskussionsstip

€ und $ - Waffen im Wirtschaftskrieg gegen Rußland

Diskussionsangebot zu unserer Veranstaltung vom 11.12.2014

Deutschland, die EU und die USA tragen mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland eine Konfrontation aus, die Merkel und Obama selbst mit Krieg vergleichen, indem sie beteuern, sie wollten weder auf einen neuen "kalten Krieg" noch eine "militärische Lösung" hinaus. Wenn Merkel Russland "inakzeptablen Einsatz von Macht" in der Ukraineauseinandersetzung vorwirft und Obama das bestrafen will, machen sie klar, warum sie ihr eigenes Vorgehen für etwas wie Krieg halten: Russlands Gebrauch von Macht und seine Macht als solche sind es, was der Westen "nicht hinnehmen" will.

Zu einer Machtfrage mit Russland haben die EU und die USA ihre Politik vorangetrieben, die die Ukraine dem Westen zuordnen will und Russlands Ansprüche damit bestreitet. Dagegen beharrt Russland auf seinen "vitalen Interessen" an der Ukraine, annektiert die Krim und kämpft um mindestens einen neutralen Pufferstaat zum Machtbereich der NATO. Die Regierungen der USA und Europas nehmen Russlands Beharren auf "Einfluss" als grundsätzlichen Angriff auf sich. Und ebenso grundsätzlich, wie sie Russland verurteilen, antworten sie auch: Mit einem umfassenden Programm zur Schädigung der russischen Macht ...

Auf dieser Diskussionsveranstaltung können Fragen zu/Kritik an unserer Veranstaltung vom vergangenen Donnerstag ebenso besprochen werden wie Aspekte des Themas, die beim Vortrag keine Erwähnung fanden.

 
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in Marburg:
am   Dienstag, den 16. Dezember 2014 um 20.30 Uhr
im   Café am Grün, neben Buchladen "Roter Stern"

Veranstaltungstip

Vortragsreihe Wissenschaftskritik WS 2014/15

Soziologie - die Abstrakion "Gesellschaft"

Referent: Prof. Dr. Egbert Dozekal

Soziologen erforschen alles, was andere untersuchen, noch einmal soziologisch. Politik, Religion, Literatur, Familie und Krieg entschlüsseln sie sehr eintönig als im Grund immer wieder dasselbe: als "Formen von Vergesellschaftung" - und die braucht der Mensch, denn alleine bleiben mag er nicht.
Soziologen finden es weniger interessant, um was es in den verschiedenen Fällen von "Gesellschaft" geht, sondern vielmehr, dass da ein überindividueller Zusammenhang von Individuen - solange er besteht - offenbar funktioniert.

Dass die heutige Gesellschaft kapitalistisch ist, halten Soziologen für eine Trivialität, die sie nicht weiter interessiert, das Nähere dazu überlassen sie den Ökonomen. Dass der Kapitalismus eine Gesellschaft ist, gilt ihnen als eine Einsicht, und zwar die entscheidende. Auch diesem System geht es ihnen zufolge um dasselbe wie jeder möglichen Sklaven- und Feudalgesellschaft: nämlich um nichts anderes als um die Integration seiner Mitglieder und um seinen Selbsterhalt.
Und alles, was Soziologen in dieser Gesellschaft an Institutionen, Handlungsweisen und Sitten zum Thema machen, deuten sie nach ihrem sturen Schema als entweder funktionalen Beitrag zur Systemstabilität oder als ihre Gefährdung.

Mag das Fach längst nicht mehr die Modedisziplin von einst sein; ihre Quintessenzen kennt und versteht jeder. Wer kann schon sagen, was verkehrt ist an so unwidersprechlichen Auskünften wie der, alles sei "gesellschaftlich vermittelt", "der Mensch ein Produkt der Gesellschaft", diese umgekehrt wieder "Produkt der Menschen" und ihrer Interaktionen.

Was von solchen Auskünften zu halten ist, darum soll es in diesem Vortrag gehen.

in Marburg:
am   Mittwoch, den 14. Januar 2015 um 19.00 Uhr
im   Deutschhausstraße 3 (Alte HNO), Hörsaal +1/1090

Lesetip

Lernen, was man lernt:

Die bürgerliche Wissenschaft, einmal sachlich betrachtet

Wir leben ja nun bekanntlich in einer Wissensgesellschaft, ja, Wissen ist "unsere" wichtigste Ressource, wenn man den Politikern glauben darf. Und so gibt es eine Wissenschaft im Lande, institutionalisiert in den Hochschulen, grundsätzlich frei von staatlichen oder religiösen Denkvorschriften wie von Sachzwängen des Wirtschaftns und fleißig damit befaßt, Wissen zu produzieren, damit man hinterher weiß, wie der Gegenstand beschaffen ist und man zweckmäßig mit ihm umgehen kann.

Sogar geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen wendet man sich zu und ist offenbar der Meinung, daß auch der Mensch, sein Seelenleben, "wir alle", die Gechichte und die Wirtschaft sowieso allerhand Wissenswertes zu bieten haben und die Kenntnis davon zu allerlei Problemlösungen befähigt.

In diesem Sektor hochschulischer Betriebsamkeit sieht's wissensmäßig allerdings auch nach 100 bis 300 Jahren recht düster aus - es wimmelt von konkurrierenden, einander widersprechenden Theorien, von Ansätzen und Methoden, deren Verwendung immerhin Ergebnisse verheißen - wenn auch keine, die das Attribut "sachlich richtig" verdienten.
Gesichert scheint allein die Erkenntnis, daß das Wissen einfach nicht wißbar ist, weshalb vermessen, wer immer noch danach strebt.

Wer dennoch nicht einfach rezipieren, reproduzieren, gern auch "kritisch hinterfragen" und später dann selber "Ansätze" erfinden und "Modelle" basteln, sondern einfach mal wissen will: was er eigentlich lernt, wenn er an der Uni lernt, ob die dargebotenen Aussagen seiner Wissenschaft zutreffen und, wenn nein, wie man eigentlich auf solchen Blödsinn kommt und warum er so unkaputtbar ist, der sei auf eine Website verwiesen, die Erhellendes aus dem bzw. über das Reich der bürgerlichen Wissenschaft zu bieten hat.

Die Seite heißt so, wie sie gemeint ist, nämlich Wissenschaftskritik.de.

Warnung: Die Lektüre der empfohlenen Seiten trägt garantiert nichts zum Studienerfolg bei, leitet aber wie von selbst zu der Frage weiter, was das eigentlich für eine Gesellschaft ist, die sich gut bezahlte Profis zur systematischen Produktion von Doof- bis Gemeinheiten leistet.